2. KAMMERKONZERT

MEDEA
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Sonntag, 25.11.2018 um 15 Uhr, Gluck-Saal

G. Bendas „Medea“ für Streichquartett und Sprecherin

Georg Bendas „Medea“ (1775) war einer der größten Erfolge im deutschen Musiktheater des späten 18. Jahrhunderts. Das Stück wurde jahrzehntelang überall in Mitteleuropa aufgeführt und galt als Hauptwerk der Gattung des „Mono-“ oder „Melodrams“. Im Unterschied zur Oper wird dabei gesprochener Text mit Instrumentalmusik verbunden; die traditionelle Formensprache der Oper (Arie, Rezitativ, Ensemble, Chor) ist aufgelöst und durch ein neuartiges Zusammenwirken von Musik und Sprache ersetzt. Am Ende seines Lebens überarbeitete Benda das Stück noch einmal tiefgreifend neu und zog dabei die Summe seiner praktischen Erfahrungen mit der Bühnenwirkung des Werks. Diese späte, in vieler Hinsicht wirkungsvollere Fassung blieb bislang jedoch völlig unbekannt, ebenso eine Einrichtung des Werks für Streichquartett und Sprecherin durch Benda aus demselben Jahr. (Die späte Orchesterfassung wird Mitte 2018 bei Bärenreiter in einer kritischen Edition erscheinen, hg. von Prof. Dr. Jörg Krämer.) 
Der antike Mythos von Medea, einer der faszinierendsten Frauengestalten überhaupt, ist bis in die Gegenwart lebendig geblieben – etwa in den großartigen Filmen von Pier Paolo Pasolini und Lars von Trier oder in Christa Wolfs Roman. Bendas Melodram lässt die antike Figur in einem heftigen, unlösbaren Konflikt der Emotionen lebendig werden: Enttäuschung, Liebe und Haß, Rachegefühle, Wut und Trauer lösen sich in ihrem Inneren in rascher Folge ab und finden in der vielgestaltigen Affektlandschaft der Musik Bendas einen dichten Ausdruck, der Generationen von Hörern in Bann zog. Kein Geringerer als W. A. Mozart bewunderte das Werk dafür zutiefst. Benda legte sein Werk als Virtuosenstück für die Hauptdarstellerin an; auch heute noch entfaltet das Werk seine außergewöhnliche Ausdruckskraft, wenn es von einer großen Schauspielerin zum Leben erweckt wird.

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