7. PHILHARMONISCHES KONZERT 

SCHUBERTS GROSSE C-DUR-SINFONIE

Freitag, 17.05.2019 um 20:00 Uhr, Meistersingerhalle

Werke von Igor Strawinsky, Jean Sibelius und Franz Schubert


Drei Komponisten, drei Gattungen, drei Meisterwerke – das 7. Philharmonische Konzert wartet mit einer exquisiten Trias von Werken auf, die heute alle zum Standardrepertoire in den Konzertsälen weltweit gehören. Igor Strawinsky war 28 Jahre alt, als er von Sergej Diaghilew den Kompositionsauftrag für eine Ballettmusik erhielt. Für den jungen Komponisten war das nicht nur eine große Ehre, sondern auch eine große Chance, schließlich wurden die Premieren der Ballets Russes von der europäischen Musikwelt mit Aufmerksamkeit verfolgt. Strawinsky nutzte diese Chance: Sein Ballett „Der Feuervogel“ markiert den Beginn seiner internationalen Karriere. Zwar ist er musikalisch noch sehr der russischen Tradition verhaftet, aber die Primaballerina Tamara Karsawina tat sich bereits hier schwer mit den ungewöhnlichen Rhythmen, die später zum Markenzeichen des Komponisten wurden. Für Jean Sibelius dagegen blieb der Erfolg bei der Uraufführung seines Violinkonzertes aus. Daran hatte der Solist des Abends allerdings keinen geringen Anteil, denn er war offensichtlich nicht in der Lage, den virtuosen Violinpart angemessen zu spielen. Sibelius selbst war ein sehr guter Geiger und hatte die Ansprüche hochgeschraubt. Nach der missglückten Uraufführung nahm er sich das Werk aber nicht nur deswegen vor: Er vereinfachte die Struktur und befreite die Solostimme von allerlei dekorativem Beiwerk. In dieser Form wurde das Konzert mit seiner spätromantischen Tonsprache zu einem der wichtigsten Violinkonzerte des 20. Jahrhunderts. Franz Schuberts Große C-Dur-Sinfonie wurde zu Lebzeiten des Komponisten überhaupt nicht gespielt, erst 1839 wurde das Werk auf Initiative von Robert Schumann uraufgeführt. Mit der Sinfonie, die nach heutiger Zählung die achte und letzte des Komponisten ist, hat Schubert seine Beschäftigung mit der Gattung zum meisterhaften Abschluss gebracht. In einer knappen Stunde („himmlische Längen“, Schumann) präsentiert er eine in seiner Ausgewogenheit fast klassisch zu nennende Sinfonie, die jedoch in Bezug auf Harmonik, Orchestrierung und Dimension zweifelsohne im Geist der Romantik steht.

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