Bau des neuen Konzerthauses

Das neue Konzerthaus

FAQ

Liebe Besucher*Innen

Über den Bau des Konzertsaals sowie über die Sanierung von Opernhaus und Meistersingerhalle, Umbauten und Sanierungen im Bereich der Museen, sowie einige weitere Projekte insbesondere aus dem Umfeld der Bewerbung um den Titel der Kulturhauptstadt Europas 2025 wurde ein Moratorium verhängt.

Dieses in der Stadtratssitzung vom 19.11.2020 beschlossene Moratorium erschütterte die Musiker der Staatsphilharmonie und Ihrer Gerneralmusikdirektorin Joana Mallwitz.

„Gerade nach dem Scheitern der Bewerbung zeigt sich, ob Nürnberg würdig gewesen wäre, eine Kulturhauptstadt zu sein“

GMD Joana Mallwitz

Am 19.11. kam es zu einer gemeinsamen Protestaktion mit den Nürnberger Symphonikern.
Diese und alle weiteren Informationen erfahren Sie hier:

Um die Komplexität eines solchen Projektes weiterhin aufzuzeigen, lassen wir das FAQ auch in Zukunft online. Wir hoffen sehr, dass all die Mühen, die in die Vorbereitung des Projektes gesteckt wurden nicht umsonst waren und dass es, wie von OB Marcus König und „Kulturbügermeisterin“ Julia Lehner versprochen wurde, nicht das Ende des Projektes ist!

Kultur braucht Freunde*Innen! Werden Sie Freund*In der Staatsphilharmonie Nürnberg und helfen Sie uns dem Orchester auch in Zeiten des kulturellen Sparkurses als starker Partner zur Seite zu stehen!

Informationen

Geobasisdaten © Bayerische Vermessungsverwaltung und Geodaten © Stadt Nürnberg

Die Stadt Nürnberg beabsichtigt, neben der Meistersingerhalle zwischen Münchener Straße und Schultheißallee ein Konzerthaus zu errichten. Der Standort ist im Juli 2017 einstimmig vom Stadtrat beschlossen worden. Basis waren unter anderem Empfehlungen unabhängiger, externer Gutachter. Der zum Bau vorgesehene Entwurf auf einer Fläche von 8 449 Quadratmetern ist das einstimmige Ergebnis eines offenen, zweiphasigen Realisierungswettbewerbs, den die Stadt zwischen Oktober 2017 und April 2018 durchgeführt hat. Zur Aufgabenstellung gehörte auch eine umfassende (Neu-)Gestaltung der Freianlagen im Bereich von künftigem Konzerthaus und bestehender Meistersingerhalle. Die Generalsanierung der 1963 eröffneten Meistersingerhalle ist einer der nächsten Schritte der städtischen Kulturgroßbauprojekte.

Pressemitteilung Nr. 1007 / 09.10.2020

Die zum Bau des Konzerthauses vorgesehene Fläche entspricht etwa 2,5% der Gesamtfläche des Luitpoldhains. 60% dieser Fläche ist momentan durch Parkplatzflächen versiegelt.

Robert Vogel – Bauherrenvertreter für die Kulturgroßbauprojekte der Stadt Nürnberg im Geschäftsbereich Kultur der Bürgermeisterin

Im September 2018 beauftragte der Stadtrat das Büro Kahle Acoustics aus Brüssel mit der Planung der Akustik. Bei der weltweiten Ausschreibung hatten vier Planungsbüros ihre Konzepte vorgestellt. Zur Bewertungskommission des Vergabeverfahrens gehörten unter anderem die Generalmusikdirektorin der Stadt Nürnberg, Joana Mallwitz, die Intendanten der Nürnberger und der Bamberger Symphoniker, Lucius A. Hemmer und Marcus Rudolf Axt, der Präsident der Hochschule für Musik Nürnberg, Professor Christoph Adt, und die Leiterin der Musikabteilung des Bayerischen Rundfunks, Studio Franken, Dr. Ursula Adamski-Störmer.

Kahle Acoustics wurde 2001 vom deutschen Physiker und Musiker Eckhard Kahle in Brüssel gegründet. Zu den wichtigsten Projekten des Büros zählen die Morgan Library & Museum in New York, das Guthrie Theater in Minneapolis, die Oper La Monnaie in Brüssel, die Konzertsäle Konserthus Stavanger, Nouveau Siècle Lille und L’Auditorium de Bordeaux sowie zuletzt mehrere Theater in China.

https://www.nuernberg.de/internet/stadtportal/konzerthaus.html

In einem Saalmodell im Maßstab 1:20, welches von Modellbauern des Nürnberger Ateliers Neoos gebaut wurde, konnten bereits akustische Messungen vorgenommen werden. Diese führten bereits zu ersten Optimierungen der Wandgestaltung. Weitere Feinabstimmungen folgen.

Das Saalmodell wird in naher Zukunft der Öffentlichkeit zugängig gemacht und im Foyer der Meistersingerhalle ausgestellt.

mehr dazu in einem Beitrag des BR

Das neue Konzerthaus wird eines der ersten Konzerthäuser, womöglich sogar das Erste sein, in dem im neuen 3D-Audioformat des Fraunhofer Instituts aufgenommen werden kann.

Das 3D-Audioformat 360 Reality Audio basiert auf dem offenen Standard MPEG-H. Das neue Format, welches von Sony ins Leben gerufen wurde, ermöglicht es Musikern und Künstlern, ein 360 Grad-Klangfeld zu kreieren, in dem Gesang, Chor und Instrumente überall platziert werden können. Wenn die Hörer diesen Inhalt abspielen, können sie ein Musikerlebnis genießen, das sie komplett in den Klang einhüllt und die Musik so hören, wie der Künstler es bei der Produktion vorgesehen hat.

https://www.iis.fraunhofer.de/de/ff/amm/rundfunk-streaming/mpegh.html

Dank einer einmaligen Kooperation der Stadt Nürnberg mit dem Fraunhofer Institut, wird der Einbau und die Inbetriebnahme durch das Fraunhofer Institut begleitet. Im Gegenzug darf das Fraunhofer Institut umfangreiche Tests der neuen Technik im Konzertsaal durchführen.

Der Nürnberger Stadtrat hat in seiner Sitzung am gestrigen Mittwoch, 18. Dezember 2019, die Vergabe der Planungs- und Bauleistungen für die Orgel im Saal des künftigen Konzerthauses beschlossen. Der Auftrag über 3,2 Millionen Euro geht an die Firma Hermann Eule Orgelbau und damit an ein traditionsreiches Unternehmen, das 1872 im sächsischen Bautzen gegründet wurde. Der Baubeginn des Konzertsaals ist für den Jahreswechsel 2020/2021 geplant.

Quelle und weiterlesen: https://www.nuernberg.de/presse/mitteilungen/presse_63439.html

„Der Gedanke der Nachhaltigkeit spielte bei der technischen Konzeption des Hauses immer eine maßgebliche Rolle. Unter anderem nutzen wir Geothermie, das Grundwasser heizt und kühlt das Gebäude. Mit einer intelligenten Steuerungs-, Mess- und Regeltechnik wollen wir das ambitionierte Ziel eines CO2-neutralen Konzerthauses erreichen.“

Webseite des Konzerthauses

Voraussetzung für die Nutzung von Geothermie ist das Vorhandensein des Grundwassers in erreichbarer Nähe. Diese Voraussetzung ist am Standort Meistersingerhalle/Luitpoldhain – Kleiner Parkplatz optimal gegeben.

Der schwarze Pfeil markiert den geplanten Standort. In blauer Farbe erkennt man den Grundwasserstrom, der für die Geothermie genutzt werden kann.

Des weiteren werden auf dem Dach und in den großflächigen Glasfassaden des Konzerthauses Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung installiert.
Es werden außerdem Spezialverglasungen zum Einsatz kommen, die es Vögeln ermöglicht diese als Hindernis wahr zu nehmen.

Neupflanzungen

Mit Blick auf den geplanten Neubau des Konzerthauses neben der Meistersingerhalle hat die Stadt Nürnberg die Planungen der Freianlagen überarbeitet. Ziel ist es, den Baumbestand in die Neugestaltung des Außenbereichs zu integrieren. Mindestens 122 Neupflanzungen sind geplant. Im Zuge freiwilliger zusätzlicher Maßnahmen sollen insgesamt bis zu 242 Bäume auf dem zu bebauenden Areal und in der unmittelbaren Nachbarschaft neu gepflanzt werden.

Noch bevor Bäume entnommen werden, sind bereits erste Ersatzpflanzungen erfolgt: Sechs (statt geplanter fünf) Bäume wurden an der Münchener Straße gepflanzt. 24 weitere Bäume werden im Oktober und November 2020 im Luitpoldhain gepflanzt, zwei weitere Neupflanzungen folgen dort, sobald die Lage der Brunnen für die geplante Geothermienutzung fachlich festgelegt werden konnte.
Der im Mai 2020 beschlossene Bebauungsplan legt im unmittelbaren Objektumfeld eine Zahl von 39 Baumersatzpflanzungen fest. Die Objektplanung sieht hier jedoch aktuell 110 Bäume vor.

Darüber hinaus hat sich die Stadt verpflichtet, mindestens 51 weitere Bäume im Umfeld von Konzerthaus und Meistersingerhalle in der Südstadt zu pflanzen. Standortuntersuchungen hierzu laufen. Dabei besteht die begründete Hoffnung, dass deutlich mehr Pflanzungen in den mit Bäumen unterversorgten Straßen möglich sind. Durch zusätzliche Pflanzungen gestärkt wird im Rahmen der Objektplanung für das Konzerthaus schließlich auch das Straßenbegleitgrün entlang der Münchener Straße. Explizit nicht geplant ist die Fällung von Bäumen im Mittelstreifen der Münchener Straße oder die „Freistellung“ der Fassaden des Konzerthauses

Pressemitteilung Nr. 1007 / 09.10.2020

Baumfällungen

Auf dem eigentlichen Baufeld für das Konzerthaus müssen 61 Bäume gefällt werden, die durch mindestens 122 Neupflanzungen ersetzt werden; zwei weitere werden umgesetzt. In der Überplanung des gesamten Freianlagenbereichs waren bislang weitere 21 Bäume zur Entnahme vorgesehen. Die nun überarbeitete Planung sieht vor, den Baumbestand in die Neugestaltung des Außenbereichs zu integrieren und auf Entnahmen zu verzichten.

Die Planung zu den unmittelbar ans Baufeld grenzenden Flächen wird aktuell mit dem Ziel fortgeschrieben, die Zahl der zu entfernenden Bäume weiter zu verringern.

Pressemitteilung Nr. 1007 / 09.10.2020

Vitalzustand

Die Bäume auf dem künftigen Baufeld sind unterschiedlich alt und groß: Lediglich 14 der 61 Bäume haben einen Stammdurchmesser von mehr als 76 Zentimeter. Dabei ist der Bestand in keinem guten Zustand: Die fachliche Umweltprüfung im Rahmen der Bauleitplanung hat ergeben, dass nur acht der 61 Bäume gesund sind (Vitalitätsstufe 1, 0-10 Prozent Schäden). 27 Bäume sind geschwächt (Vitalitätsstufe 2, 11-25 Prozent Schäden), 19 Bäume wurden als geschädigt (Vitalitätsstufe 3, 26-50 Prozent Schaden) erkannt, weitere fünf Bäume sind stark geschädigt (Vitalitätsstufe 4, 51-75 Prozent Schaden) und zwei Bäume sind noch in der Entwicklungspflege.

Pressemitteilung Nr. 1007 / 09.10.2020

Die Baugruppe

Die Die Baugruppe der Staatsphilharmonie steht gemeinsam mit Kollegen der Nürnberger Symphoniker mit einem Kaleidoskop von Aufgaben an der Seite der Planer. Die Kompetenz der Musiker, ihre Blickwinkel und Wünsche werden hier zusammengetragen: Anlieferung der Instrumente, Transportwege, Lagerflächen (Platz für Pauken, Schlagwerk, Kontrabässe, Konzertflügel, u.v.m.), klimatische Voraussetzungen (auch Instrumente müssen sich wohlfühlen und unversehrt und stabil in ihrer Stimmung die Bühne erreichen), Stimmzimmer-Ausstattung für die Musiker mit ihren Instrumentenkästen, Fräcken, Anzügen und Konzertkleidern müssen geschaffen und gut geplant werden.

29.7.2015 67:2 Drei Gutachten und der Stadtratsbeschluss
(1) Städtebauliche Standortuntersuchung (2) Markt- und Wirtschaftlichkeitsstudie (3) Machbarkeitsstudie der MSH als Tagungs- und Kongresszentrum
Beschlossen wurde u.a.:
(1) Neubau eines Konzerthauses am Standort MSH
Situngsprotokoll
26.7.2017einstimmigVertiefte Betrachtungen und der Stadtratsbeschluss
Beschlossen wurde u.a.:
(1) Neubau des Konzerthauses im Bereich „West“, Parken im Bereich „Ost“
(2) Offener, zweiphasiger Realisierungswettbewerb
(3) Nutzungskonzept primär für klassische Konzerte und Showveranstaltungen
(4) Generalsanierung MSH schwerpunktmäßig für MICE
Sitzungsprotokoll
20.4.2018einstimmigArchitekturwettbewerb entschieden:
Das neue Konzerthaus Nürnberg baut das Team Johannes Kappler Architektur und Städtebau GmbH (Nürnberg) in Arbeitsgemeinschaft mit Super Future Collective (Nürnberg) und Topotek 1 Architektur GmbH (Berlin/Zürich)
Pressemitteilung der Stadt Nürnberg
14.11.2019einstimmigÄnderung des Flächennutzungsplans FNP15-E-04 und des Bebauungsplans Nr 4160
Sitzungsprotokoll

Seit Oktober 2020 wissen wir: Nürnberg wird nicht Kulturhauptstadt 2025. Beeinträchtigt das die Entscheidung einen Konzertsaal zu bauen? Nein, da die Entscheidung zum Bau des neuen Konzertsaals schon lange feststand, bevor die Bewerbungsphase um die Kulturhauptstadt begann. Auch wenn ein neuer Konzertsaal und die Ernennung zur Kulturhauptstadt gut zusammen gepasst hätte und der Saal auch ein Bestandteil der Bewerbung war, soll der Konzertsaal trotzdem entstehen. Schließlich ist es weiterhin wichtig, Kultur in der Metropolregion zu fördern, auch ohne Kulturhauptstadt zu sein.

FAQ

Bei der Standortsuche für den Bau des neuen Konzerthauses wurden folgende 8 Standorte untersucht:

(1) Meisteringerhalle/ Luitpoldhain(5) Quelle-Areal, Fürther Straße
(2) Norikus/ Wöhrder See(6) Ostendstraße/ Fa. Staub
(3) Tafelhalle(7) Kohlenhof
(4) AOK/ Altstadtring(8) Augustinerhof

Die städtebauliche Standortuntersuchung verlief in mehreren Teilen. Nach ausführlicher Analyse der Bestandssituation (Städtebauliches Umfeld, Flächennutzungsplan und Bebauungs-Plan, Naturschutz, Lage im Verkehrsnetz, Lärmsituation, Nachbarschaft, Baugrund, etc.) und Testentwürfen für alle Standorte, wurden die Standorte Kohlenhof und Meistersingerhalle als geeignet vorgeschlagen.

Die Zusammenfassung ist eine von drei Untersuchungen/ Gutachten, auf deren Basis der Stadtrat am 29. Juli 2015 mit 67:2 Stimmen den Standort Meistersingerhalle als Standort für ein Konzerthaus festgelegt hat.

Zenral im Bild befindet sich die Meistersingerhalle, westlich davon gelegen befindet sich der kleine Parkplatz, östlich der große Parkplatz.

Gründe die bei der Entscheidung eine wesentliche Rolle gespielt haben waren unter anderem:

  • Die Anwohner auf der Nordseite der Schultheißallee wären durch den Bau eines bis zu 30 Meter hohen Gebäudes mehrfach betroffen. Vor allem hätte die Bebauung Lärmschutzmaßnahmen ausgelöst, etwa die Notwendigkeit einer mehrere Meter hohen Lärmschutzwand entlang der Schultheißallee.
  • Die notwendige bauliche Verbindung von Meistersingerhalle und Konzerthaus hätte die Zugänglichkeit des Luitpoldhains südöstlich der Meistersingerhalle verschlossen.
  • Auch auf dem großen Parkplatz stehen etliche Bäume, die für den Bau hätten gefällt werden müssen. Zusätzlich befindet sich am nördlichen Rand des Parkplatzes eine als Biotop gekennzeichnete Fläche, die naturrechtlich unter besonderem Schutz steht.
  • Wäre der Parkplatz bebaut worden, hätten die Parkplätze an anderer Stelle ersetzt werden müssen; dafür in Frage gekommen wäre eigentlich nur eine Tiefgarage.
  • Und schließlich hätte die Hanglage östlich am „Paläotal I“ mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Nutzung von Geothermie ermöglicht. (siehe „Nachhaltigkeit / CO2-Neutraler Betrieb“)

In einem Artikel in der FNP vom Juli 2018 werden die Kosten für den Bau eines Tiefgaragenstellplatzes […] auf bis zu 40.000 Euro beziffert (www.fnp.de/frankfurt/preisexplosion-trotz-grossem-druck-stehen-tiefgaragen-stellplaetze-leer-10379094.html). 600 Tiefgaragenstellplätze würden an dieser Stelle also wohl nicht unter 30 Mio. Euro zu haben sein. Und nach 20 bis 25 Jahren muss eine Tiefgarage saniert werden: Wasser und vor allem im Winter das Salz, das die Autos in die Garage bringen, schädigen die Bausubstanz. Bei der Sanierung muss man dann von Kosten etwa in Höhe der Baukosten ausgehen. Überdies verursachen Tiefgaragen sogenannte Ewigkeitskosten: So lange das über der Garage befindliche Gebäude genutzt wird, so lange muss man die Garage soweit erhalten, dass das Gebäude in seinem Bestand gesichert ist, denn Sie können eine Tiefgarage ja nicht einfach zuschütten oder auch nur zusperren; die Untergeschosse sind mit dem restlichen Gebäude verbunden, dort befindet sich Haustechnik, verlaufen Ver- und Entsorgungsleitungen und gibt es vielleicht eine Anlieferzone usw.

Robert Vogel – Bauherrenvertreter für die Kulturgroßbauprojekte der Stadt Nürnberg im Geschäftsbereich Kultur der Bürgermeisterin

Wie aus den hier aufgeführten Informationen hervorgeht, ist der jetzige Planungsstand inklusive der Entscheidung für den Standort das Ergebnis eines über sechs Jahre andauernden Prozesses. Innerhalb dieses Prozesses wurden intensive Standortuntersuchungen durchgeführt, ein internationaler Architektenwettbewerb ausgelobt und viele Teilaspekte geplant und durchgeführt. Der Planungsprozess wurde öffentlich geführt und im Stadtrat diskutiert. Alle maßgeblichen Beschlüsse wurden einstimmig oder mit großer Mehrheit beschlossen. (siehe „Beschlüsse des Stadtrats / Stimmverteilung“)

Die Folge [eines Standortwechsels] wäre eine vollständige Aufgabe der bisherigen Planungen. Ein Konzerthaus an anderer Stelle würde eine weitgehend komplette Neuplanung des Projekts erforderlich machen.

Robert Vogel – Bauherrenvertreter für die Kulturgroßbauprojekte der Stadt Nürnberg im Geschäftsbereich Kultur der Bürgermeisterin

Bereits angefallene Kosten in Höhe von rund 6 Millionen Euro und etliche tausend Arbeitsstunden würden unwiederbringlich verloren gehen. Auch die Entscheidung des Architektenwettbewerbs ist an den Standort gebunden. Die Architektur wurde auf die besondere Situation (Nachbarschaft zur MSH) angepasst. Bei Wegfall dieser Bedingungen müsste auch die Architektur neu geplant werden.

Mit dem Bau der Meistersingerhalle hat sich Nürnberg in den 60er Jahren eine der modernsten und fortschrittlichsten Veranstaltungshallen Europas gebaut und damit einen Mittelpunkt für Musik, Kultur und gesellschaftliche Ereignisse geschaffen. Die Strahlkraft des Gebäudes reichte weit über die Grenzen der Metropolregion hinaus.

Das sich in den letzten 60 Jahren viele Dinge enorm weiterentwickelt und verändert haben bedarf keiner Erwähnung. Fakt ist: die Meistersingerhalle, welche als Mehrzweckhalle konzipiert wurde, kann längst nicht mehr mit modernen Konzertsälen anderer Metropolen mithalten.

Mit dem Bau des neuen Konzerthauses will Nürnberg an die alte Strahlkraft anknüpfen und zum Magnet für internationale Orchester und Ensembles werden. Ensembles und Orchester auf Tournee, die in München gastieren, werden durch die unmittelbare Nähe auch in Nürnberg den hochklassigen Konzertsaal in Ihren Reiseplan aufnehmen.

Die Metropolregion Nürnberg umfasst knapp 3,5 Millionen Bewohner. Durch große Firmen wie Adidas, Siemens, Puma usw. ist auch die Nachfrage nach Kultur hoch. Geschäftsreisenden soll Kultur angeboten werden, auch die Gastronomie und das Hotelgewerbe profitiert von einem neuen kulturellen Magnet in der Stadt. Der neue Konzertsaal birgt viele Möglichkeiten den Reiz der Stadt Nürnberg zu erhöhen und auch das attraktive Naherholungsgebiet Luitpoldhain/Dutzendteich mit einzubeziehen.

Mit dem Einbau absolut modernster Aufnahmetechnik in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut, wird der Konzertsaal zum begehrten Ort für Aufnahmen im neuen 3D Format.

Für Musikproduktionen insbesondere im Bereich der Klassik sind optimale akustische Bedingungen das A und O, um im internationalen Vergleich mithalten zu können. Als verantwortliche Musikchefin im Bayerischen Rundfunk – Studio Franken ist es meine Aufgabe, das Musikleben Frankens in den Programmen unseres Hauses widerzuspiegeln. Dabei hat die Klassik auf unserer Welle BR-KLASSIK eine ganz besondere Bedeutung. Hier stehen Produktionen aus Nürnberg im direkten Vergleich mit Klangkörpern und Interpreten aus dem nationalen und internationalen Musikleben, aufgenommen in den besten Konzertsälen der Welt. Auf diesem internationalen Parkett wird das Konzertleben Nürnbergs daher mit dem neuen Konzertsaal eine ganz neue Bedeutung und Relevanz erhalten. Denn damit können wir mit unseren Übertragungen musikalische Spitzenqualität aus Nürnberg hinaus in die Welt tragen.

Dr. Ursula Adamski-Störmer — Leiterin der Musikabteilung des Bayerischen Rundfunks – Studio Franken

Die Meistersingerhalle entspricht in folgenden Punkten nicht den Ansprüchen eines modernen Konzertsaals:

Akustik

Die Meistersingerhalle ist eine als Mehrzweckhalle konzipierte Konzerthalle. Hier finden neben klassischen Konzerten auch Rock & Popshows, Musicals, Bälle, Jubiläumsfeiern, Tagungen und Kongresse, Ausstellungen und viele andere Veranstaltungen statt. Die akustischen Bedingungen sind nicht für klassische Konzerte optimiert.

Jede Konzertbühne besitzt eine ganz eigene akustische Transparenz, die der Meistersingerhalle ist aufgrund dieser fehlenden Optimierung gering. Dadurch ist z.B. der Kontakt der Musiker untereinander, der zum großen Teil durch das Hören entsteht, beeinträchtigt.

Doch noch ausschlaggebender ist das Klangergebnis beim Publikum. Dies sollte im optimalen Fall an jedem Platz im Publikum dem entsprechen, wie es der/die DirigentIn an seinem/ihrem Platz hört. Nur so kann die Balance der verschiedenen Instrumentengruppen optimal austariert werden. Hier gibt es in der Meistersingerhalle erhebliche Einschränkungen, sodass das Hörerlebnis von Platz zu Platz sehr unterschiedlich ist. Es kommt hinzu, je weiter man von der Bühne entfernt sitzt, desto weniger ist die Musik zu hören.

Bühne

Die Bühne der Meistersingerhalle ist ungewöhnlich hoch gebaut. Besonders das Publikum in den vorderen Reihen des Parketts, sitzt durch diese hohe Bühnenkante quasi wie vor einer Wand. Der Kontakt der Musiker*Innen zum Publikum ist somit äußerst erschwert.

Sicht

Die Meistersingerhalle ist nicht mit erhöhten Rängen gebaut, so dass man ab der Hälfte des Saales die Künstler fast nicht mehr sehen kann. Auch auf den Rängen bieten nur die ersten Reihen eine optimale Sicht. In neuen Konzertsälen ist durch den rampenartigen Bau des Parketts eine gute Sicht von allen Plätzen gewährleistet.

Arbeitsbedingungen

Die Meistersingerhalle verfügt nur über äußerst ungenügende Umkleiden und Stimmzimmer. Lediglich ein großer Raum steht den Musiker*Innen derzeit zur Verfügung. Die Abtrennung zwischen Herren und Damen ist nur durch einen Vorhang provisorisch installiert. Der Raum verfügt über keine Garderobe, sodass Kleidertaschen und Instrumententaschen auf den Tischen ausgepackt werden müssen. Eigenständige Verständigungsproben zwischen den Musikern sind hier nicht möglich.
Außerdem ist Musikern, die während eines Stückes nicht besetzt sind, nicht möglich sich in normaler Lautstärke einzuspielen, da die Schallisolierung zur Bühne dies nicht zulässt.

Im Zuge der Bauleitplanung wurde im Umweltbericht zur Änderung des Bebauungsplans Nr. 4160 die Auswirkung auf das Klima (2.8.) untersucht und beschrieben. Dort wird formuliert, dass sich „in der angrenzenden Wohnbebauung noch keine nennenswerte Verschlechterung der klimaökologischen Situation ergeben“ wird (Umweltbericht Büro Grosser-Seeger vom 18.10.19, Seite 36).